Über mich

Ich agiere als Medium und Messenger. Mit meinen Selbstporträts transportiere ich Gefühle, die so alt sind wie die Menschheit. Der Betrachter wird in meine tänzerischen Bewegungsabfolgen mit einbezogen, folgt einer Einladung zum Tanz, der zu lange vergessen war. Der fotografierte Tanz in seiner schlichten, tiefen Ehrlichkeit, wird zum Abbild des Lebens.

In ihrem vielseitigen Werk überschreitet Tanja Wekwerth die Grenzen zwischen Fotografie, Malerei und Film. Sie übermalt fotografierte Stadtansichten, die verborgene Energien und die Seele der Dinge offenbaren. Die Künstlerin, die mehrere Jahre in Paris verbrachte, wo sie Sprachen studierte und als Übersetzerin und Model arbeitete, etablierte sich nach der Rückkehr in ihre Geburtsstadt Berlin zuerst als Schriftstellerin. Sie veröffentlichte acht Romane (u.a. bei Random House und HarperCollins). Ihr neuester, »Seerosenzimmer«, erschien 2021 bei PalmArtPress. Weil Schreiben und Fotografie verwandte Disziplinen sind, in denen es darum geht, Geschichten zu erzählen, studierte Tanja Wekwerth Fotodesign an der Akademie Deutsche Pop, Berlin und schloss mit der Note »sehr gut« ab. Sie ist eine Künstlerin, die eine genuine Bildsprache entwickelt hat. Ihre urbanen Landschaften erzählen von der Schönheit der Städte, die sie in Farbe taucht, um die in den Häusern, Straßen, Parks und Flüssen schlummernde Kraft zu visualisieren. Sie wirken vertraut und nahe, auch wenn sie weit weg liegen. Neben dem malerischen Sehen wird in den neuesten Selbstportrait-Fotoserien auch Tanja Wekwerths filmisches Sehen manifest. Auf einer verschneiten Wiese tanzt sie mit einer alten afrikanischen Maske oder solo und drückt die zeitübergreifende Lebensfreude und die beflügelnde Kraft von Natur und Kultur aus. Wenn wir an ihren dynamischen Bildern entlangziehen, scheinen sie sich wie ein Film abzuspielen: von uns in Bewegung gebracht – und wir von ihnen. 

Text: Urszula Usakowska-Wolff 

Dancemask, 2021